Besuch der DAFF

Die aktuellsten und besten deutschen Produktionen nichtkommerziellen Filmemacher ringen jedes Jahr bei den Deutschen Filmfestspielen (DAFF) um die höchste Auszeichnung, die der Bundesverband Deutscher Filmautoren (BDFA) vergibt, um einen der sieben heiß begehrten Obelisken. Jedes Frühjahr kommen zu diesem großen Festival die Filmautoren aus ganz Deutschland zusammen. Jetzt hatten sich 58 Filme für das Fest über die Landes- und Bundesfilmwettbewerbe qualifiziert. In den einzelnen Landesverbänden wetteiferten mehr als fünfhundert Filme um die Qualifikation zu einem der fünf Bundeswettbewerbe, 215 Streifen erreichten diese, die besten davon wurden schließlich zum viertägigen nationalen Filmfest DAFF gemeldet.

Der Reutlinger Film-Club schaffte es in diesem Jahr nicht, eine Produktion zur DAFF zu bringen. Die beste, „Die Lichtscheuen“ von Werner Henne, erhielt beim Bundesfilmfestival in Dorfen eine Bronzemedaille. Damit verfehlte er knapp die Qualifikation zur DAFF. Dennoch reisten zahlreiche RFC-ler und einige  Filminteressierte für einen Tag nach Rain am Lech, um bei der DAFF hochklassige Filme anzusehen. Wer wollte, konnte 18 Streifen genießen, darunter 8 Minutenvideos. Sie hatten das Glück, zwei zwanzigminütige Reisedokumentationen zu sehen, die bei der sonntäglichen Matinee mit einem Obelisken ausgezeichnet wurden: „Havanna-Blues“ von Michael Preis aus Dortmund und „Im Licht des Ayeyarwady“ von Anton Wallner, einem bayrischen Lokalmatador. Beide zählen seit langem zu den besten nichtkommerziellen Filmautoren im BDFA.

Einigen Teilnehmern waren 18 Filme an einem Tag zu viel. Sie besuchten bei herrlichem Sonnenschein das schöne mittelalterliche Städtchen Rain und spazierten durch den herrlich angelegten Blumenpark, der dem Dehner-Mutterhaus angegliedert ist. Er wird jährlich von 1,5 Millionen Gartenfreunden besucht. Nach Meinung der meisten war dies ein gelungener Jahresausflug des Reutlinger Film-Clubs.

 

Der Reutlinger General-Anzeiger berichtet 

 

Eindrucksvolle Filmschau

Reni, nur einsdreißig groß mit Stummelärmchen, meistert ihren Alltag in bewundernswerter Art und Weise. Wer diese contergan-geschädigte Frau im Film näher kennenlernte, vergisst sie nicht. Josef Pettinger kam ihr sehr nahe, doch sein Film „Reni“ ist keineswegs voyeuristisch. Er dokumentiert ein-drucksvoll, wie Reni zurechtkommt. Dieser Film war einer von zehn ausge-zeichneten Werken, die der Reutlinger Film-Club am Sonntag in der stim-mungsvollen Kemmlerhalle zahlreichen Filminteressierten zeigte. Unter der Überschrift „die besten Filme baden-württembergischer Filmamateure“ und geordnet unter den Themen „das Leben bewältigen“ sowie „das Leben genie-ßen“ liefen die Streifen in beeindruckender Großprojektion mit perfekter Tech-nik. 

Ein Dokumentarfilm von Frank Lauter aus Schwäbisch Hall begleitete Men-schen im überfluteten Braunsbach, ein anderer von Werner Henne vom Reut-linger Film-Club verfolgte die Produktion von Champignons auf der Schwä-bischen Alb. 

Reisefilme nahmen die Besucher mit nach Namibia, Brasilien und auf Lan-zarote, Naturfilme wie „Giganten der Lüfte“ informierten unterhaltsam über Gänsegeier oder das Leben des kleinen Laubfroschs. Zwei Essayfilme befass-ten sich mit aktuellen Themen unserer Lebenswelt: ein am Rechner entstan-dener Animationsfilm zeigte Gefahren des übermäßigen Handygebrauchs, ein weiterer die Probleme einer Paarbeziehung, die durch ein ungebremstes Ausleben einer Leidenschaft entstehen können. 

Die Filmschau demonstrierte überzeugend die Leistungsfähigkeit der Amateu-rfilmer, die sich im Bundesverband Deutscher Filmamateure zusammenge-schlossen haben.